Lesetipp: Die Art Fair Story: Eine Achterbahnfahrt
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18-10-2023, 16:25
Kunsthändler, Organisatoren von Kunstmessen, Kunstliebhaber und alle, die sich mit dem internationalen Kunstmarkt beschäftigen wollen, sollten das Buch The Art Fair Story: A Rollercoaster Ride lesen. Darin erkundet die Kunstmesse-Journalistin Melanie Gerlis die faszinierende Dynamik der Kunstwelt und die Rolle, die Kunstmessen dabei spielen, mit einem unterhaltsamen Blick auf den internationalen Kunstmarkt.

Gerlis beschloss, dieses Buch während der COVID-Sperre zu schreiben, als keine physischen Kunstmessen mehr möglich waren und sie daher als Kunstmessen-Journalistin nicht viel zu tun hatte. Sie fragte sich, in welche Richtung sich Kunstmessen nach der Pandemie entwickeln würden, in einer Zeit, in der kommerzielle, ökologische und soziale Herausforderungen immer deutlicher wurden.

Kunstmessen nach der COVID

Schon vor der Corona-Pandemie hätten sich Kunstmessen zunehmend in Marketingplattformen verwandelt und nicht mehr in Orte, an denen Kunst tatsächlich verkauft werde, stellt der Autor fest. Geschäfte wurden zunehmend über E-Mail und WhatsApp abgewickelt, und in der digitalen Welt gibt es unzählige neue Möglichkeiten, potenzielle Kunden zu erreichen. Für viele Galerien sei 2020 daher ein überraschend profitables Jahr gewesen, heißt es in dem Buch, da die hohen Kosten für die Teilnahme an Kunstmessen weggefallen seien. Die COVID habe daher gezeigt, dass Kunstmessen nicht nur anders können, sondern auch müssen, wenn sie in Zukunft relevant bleiben wollen.

Kunstmessen als Medienunternehmen

Inzwischen begannen auch die Kunstmesseorganisationen immer deutlicher zu erkennen, dass ihr physisches Produkt, die Messe selbst, nur einen kleinen Teil des Gesamtbildes ausmacht. Gerlis zieht in ihrem Buch einen Vergleich mit großen Medienunternehmen, die ihre Abhängigkeit von Abonnement- und Werbeeinnahmen ebenfalls durch neue (digitale) Erlösmodelle ergänzen. Es sei daher bezeichnend, dass es James Murdoch, Spross eines der mächtigsten Medienunternehmen der Welt, war, der der Art Basel 2020 eine Kapitalspritze gab. Und bei der Frieze, die ohnehin eine Idee der Zeitschriftenverleger war, wurde der Medienveteran Simon Fox mit der Leitung betraut.

Wirtschaft erleben

Eine weitere Entwicklung, die Gerlis skizziert, ist die zunehmende Beliebtheit von Kunstmessen aufgrund der "Erlebnisökonomie", die zu Beginn dieses Jahrtausends aufkam und ihre Konsolidierung in Form von Instagram fand. Auch wenn nicht jeder auf der Welt diesen Insta-Ansatz für Kunst begrüßt, haben Kunstmessen viele Galerien jahrzehntelang im Geschäft gehalten. Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Kunstmessen reichen daher über ihren eigenen Sektor hinaus. Im Jahr 2018 gab der weltweite Kunsthandel schätzungsweise $20,2 Milliarden für externe Unterstützungsleistungen aus, von denen der Großteil auf Kunstmessen entfiel, die dadurch auch die meisten Arbeitsplätze schufen.

Die Auswirkungen der Technologie

Gerlis stellt in ihrem Buch auch fest, dass sich der Kunstmessesektor in den letzten 60 Jahren gegenüber den Herausforderungen als sehr widerstandsfähig erwiesen hat. Ihr zufolge war die Pandemie nur ein weiterer Auslöser für Innovationen. Glücklicherweise konnte die Branche nun von der Macht und Reichweite der schnellen Technologie profitieren. Dass dieselbe Technologie die Welt der Kunstmessen nachhaltig verändert hat und noch viel mehr verändern wird, ist laut Gerlis eine Sache, die sicher ist. Viele Galerien haben ihre Online-Präsenz bereits stark ausgebaut, und auch das Wachstum der digitalen Kunst ist explodiert; die NFTs haben sich von Gadgets für Nerds zu ernsthaften Kunstinvestitionen gewandelt.

Kollektive soziale Erfahrung

Die Technologie hat auch die Möglichkeiten für Verkäufer und Käufer erweitert, so Gerlis. Galerien stellen ihre Werke online aus und verkaufen sie auch online, und die Verbraucher finden ihren neuesten Kunstschwarm genauso leicht in den sozialen Medien wie in der Galerie um die Ecke. Dennoch bedeutet dies ihrer Meinung nach nicht, dass die Kunstmesse ein aussterbendes Geschäft ist. Denn obwohl es schön und einfach ist, Kunst virtuell anzuschauen und zu kaufen, sehnen wir uns immer noch danach, Kunst live zu sehen und zu erleben. Das liegt ihrer Meinung nach nicht nur an der enormen Wirkung, die Kunst aus der Nähe haben kann, sondern auch daran, dass eine Kunstmesse ein kollektives, soziales Erlebnis ermöglicht.

Die Kreativität zelebrieren

Unabhängig von ihrer Form werden Kunstmessen daher ein integraler Bestandteil der globalen Kunstgemeinschaft bleiben, so Gerlis. Ein Teil, der über den bloßen Kauf und Verkauf von Kunst hinausgeht. Die Kunstmesse ist immer noch ein Fest der Kreativität, des Ausdrucks und der menschlichen Verbindung. Und in Zeiten des Wandels und der Ungewissheit ist das etwas, das wir alle zu schätzen wissen und hochhalten können.

Kurz gesagt, die Lektüre von The Art Fair Story: A Rollercoaster Ride wird Ihnen nicht nur ein besseres Verständnis für die Geschichte und die Entwicklung der Kunstmessen im Laufe der Jahre vermitteln, sondern auch Insider-Einblicke bieten, die eine überraschende Perspektive auf den Kunstmarkt als Ganzes eröffnen. Sie können das Buch als E-Book oder Hardcover unter anderem bei Amazon bestellen. Eventpartners hat keine Partnerschaftsvereinbarungen mit dem Autor oder dem Verlag.

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Ausführliche Erläuterungen und Tipps für die Organisation einer Kunstmesse finden Sie in unserem Papier "Veranstaltungsanmeldung auf Kunstmessen".

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